Über Unia

Jeder, der sich in Belgien diskriminiert fühlt oder Zeuge einer Diskriminierung wird, kann sich an Unia wenden. Wir informieren Sie über Ihre Rechte und suchen gemeinsam nach einer Lösung. Unia führt auch Kampagnen für Chancengleichheit und gegen Diskriminierung, formuliert Empfehlungen an Behörden und gibt Tools, Publikationen und Statistiken heraus. 

Unia kurz zusammengefasst

Unia ist eine unabhängige öffentliche Einrichtung zur Bekämpfung von Diskriminierung und zur Förderung von Chancengleichheit. Wir sind „interföderal‟ zuständig, das heißt, dass wir in Belgien sowohl auf föderaler als auch auf regionaler und gemeinschaftlicher Ebene tätig sind. 

Was unternimmt Unia?

Unia hält die Gesellschaft insgesamt und insbesondere Behörden, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen dazu an, Diskriminierung und Segregation zu bekämpfen. Außerdem unterstützt Unia jeden Bürger, der diskriminiert wird.

Wir sind unter anderem für folgende Diskriminierungsmerkmale befugt: Rassismus, Glaube oder Weltanschauung, Behinderung, Alter und sexuelle Orientierung. Entdecken Sie hier die 17 Diskriminierungsmerkmale, die in den Zuständigkeitsbereich von Unia fallen. Für die Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern gibt es ein eigenes Institut: das Institut für die Gleichheit von Frauen und Männern.

Individuelle Meldungen

Jeder, der sich in Belgien diskriminiert fühlt oder Zeuge einer Diskriminierung wird, kann dies bei Unia melden. 

Unia versucht immer erst, durch Schlichtung zu einer Lösung zu kommen. Wenn dies keine Wirkung zeigt, kann Unia mit Einwilligung der Person, die sich diskriminiert fühlt, ein Gerichtsverfahren anstrengen oder sich einem solchen Verfahren anschließen. Unia zieht aber nur in ganz bestimmten Fällen vor Gericht. 

Bewusstseinsbildung, Vorbeugung und Empfehlungen

Unia organisiert auch Informations- und Sensibilisierungskampagnen. In unserer Online-Ausbildung über das Antidiskriminierungsrecht (eDiv) beantworten wir Fragen zum Thema Vielfalt in Unternehmen. Wir veranstalten auch ganz gezielte Ausbildungen. Darüber hinaus bieten wir Tools an, die im Kampf für Chancengleichheit und gegen Diskriminierung hilfreich sind. Zudem erstellen wir Gutachten und Empfehlungen für Unternehmen, Einrichtungen und Behörden.

Unia ist nicht zuletzt ein Wissens- und Kompetenzzentrum. Mit unseren Publikationen und Statistiken informieren wir staatliche Stellen und zahlreiche Fachinstanzen über Diskriminierung und Vielfalt.

Unsere Vision

Unia strebt die inklusive und gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen an sämtlichen Gesellschaftsbereichen an. Unser Ansatz beruht auf juristischer Sachkenntnis, dem Wissen um die gesellschaftliche Realität und den Erfahrungen von Betroffenen, die diskriminiert wurden.

Unser Auftrag (hervorgegangen aus den Zielsetzungen, die in einem Zusammenarbeitsabkommen zwischen Föderalstaat, Regionen und Gemeinschaften verankert sind) folgt drei großen Aktionslinien

  • Förderung der Chancengleichheit und der Teilhabe für alle, ohne Unterscheidung nach Herkunft, Alter, Behinderung, sexueller Orientierung, Religion, Weltanschauung usw., und dies in allen Gesellschaftsbereichen (Arbeitsmarkt, Wohnungswesen, Bildung, Gesundheitspflege, Wohlbefinden, Freizeitgestaltung, Kultur, Bürgerrechte …).
  • Zusammenarbeit mit den verschiedenen Akteuren in der Gesellschaft: Politik und Behörden, Bürger, Zivilgesellschaft, Wirtschaftszweige, Sozialpartner, akademische Welt, internationale Organisationen usw.
  • Kenntnis und Achtung der Grundrechte, insbesondere des Antidiskriminierungsrechts, sowie ihre Förderung, damit diese Rechte in Belgien Anwendung und Achtung finden.

Name

Unia stammt von dem lateinischen Wort ‚unio‘ (Einheit, Verbundenheit, ich ‚vereine‘). Dieses Wort bringt die Philosophie, die wir mit unserer Arbeit an den Tag legen, auf den Punkt: zum Dialog anregen, den sozialen Zusammenhalt stärken, darüber nachdenken, was uns vereint, und nicht ständig, was uns unterscheidet. 

Direktion

Seit dem 1. Februar 2016 sind Els Keytsman und Patrick Charlier die ernannten Kodirektoren des Zentrums.

  • Els Keytsman, zuvor Direktorin des Flüchtlingswerks Flandern (Vluchtelingenwerk Vlaanderen), besitzt eingehende Management-Erfahrungen im sozialen und öffentlichen Sektor. Sie war eine Zeitlang politisch aktiv und danach zwei Jahre Dienstleiterin der Politischen Abteilung der Oxfam-Wereldwinkels vzw (einer VoG der Oxfam-Weltläden).
  • Patrick Charlier war bei der Liga für Menschenrechte tätig, zunächst als Rechtsberater, dann als Geschäftsführer. 2001 stieß er zum Zentrum, wo er im Laufe der Zeit mehrere Funktionen innehatte, unter anderem als Koordinator der Abteilung Diskriminierung. Am 17. Juni 2013 wurde er stellvertretender Direktor des Zentrum und am 1. Juni 2015 geschäftsführender Direktor.

Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat von Unia ist offiziell am 3. Februar 2015 in Dienst getreten. Er besteht aus 20 Mitgliedern plus einem Vertreter der Deutschsprachigen Gemeinschaft für Fragen, die sie angehen. Die Verwaltungsratsmitglieder werden nach Kompetenz, Erfahrung, Unabhängigkeit und moralischer Autorität ernannt. Sie stammen unter anderem aus akademischen, gerichtlichen, zivilgesellschaftlichen und sozialpartnerlichen Kreisen.

Seit dem 10. September 2015 sind Bernadette Renauld und Michael Cerulus die gewählten Kopräsidenten des Verwaltungsrats.

Geschichtlicher Rückblick

Am 15. Februar 1993 wurde das Zentrum für Chancengleichheit und Rassismusbekämpfung per Gesetz errichtet. Die gesetzlichen Aufträge des Zentrums fußten auf zwei Säulen:

  • Diskriminierung bekämpfen und Chancengleichheit fördern,
  • Über die Grundrechte von Ausländern wachen, die Bekämpfung von Menschenhandel anregen und die Behörden über Art und Umfang von Migrationsströmen informieren.

Im Laufe der Jahre weiteten sich die Befugnisse des Zentrums auf nicht-rassistische Diskriminierungsformen aus. Das Zentrum erhielt außerdem die Befugnis, kraft des Gesetzes über die Leugnung des Holocaust zu intervenieren. 

Am 12. Juni 2013 unterzeichneten der Föderalstaat, die Regionen und die Gemeinschaften ein Zusammenarbeitsabkommen, mit dem das alte Zentrum zu einer interföderalen Einrichtung für die Bekämpfung von Diskriminierung heranwuchs.

  • Die Aufträge in Sachen Migration, Ausländergrundrechte und menschenwürdige Behandlung wurden an eine separate föderale Instanz übertragen: das Föderale Migrationszentrum, das am 3. September 2015 den neuen Namen Myria erhielt.
  • Die Bekämpfung von Diskriminierung und die Förderung der Chancengleichheit gingen in den Zuständigkeitsbereich des Interföderalen Zentrums für Chancengleichheit über, das am 22. Februar 2016 den neuen Namen Unia erhielt.

Näheres über die Geschichte von Unia finden Sie hier: in Niederländisch oder Französisch

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